EU FlaggeAchtung: Betreiber von Straßenbeleuchtungsanlagen müssen handeln 

Die aktuellen Richtlinie der EU zur Energieeffizienz stellt viele Betreiber von Straßenbeleuchtungsanlagen vor große Probleme. Der entstandene Sanierungsbedarf kann von vielen Kommunen kurzfristig nicht gestemmt werden...

Viele können nicht handeln und hoffen, dass ihre Lampen und Leuchten lange in Betrieb bleiben. Das Ergebnis sind dunkle Straßen, in denen seit vielen Jahren die Quecksilberdampf-Hochdrucklampe ihr Darsein fristet. Dadurch ist oft die Verkehrssicherheit akut gefährdet.

Als ob das nicht genug wäre, hat die EU eine Änderungsrichtlinie zur RoHS am 24. Februar 2022 auf den Weg gebracht. Die EU-Richtlinie 2011/65/EU dient der Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten( engl. RoHS). Zu den gefährlichen Stoffen zählt auch Quecksilber.  

Die Änderungsrichtlinie vom 24. Februar 2022 verschärft nun die Anforderungen an Lampen die Quecksilberanteile haben. Darunter fallen Leuchtstofflampen, Kompaktleuchtstofflampen, Quecksilberdampf-Hochdrucklampen, Natriumdampf-Hochdruck- und Niederdrucklampen sowie Halogenmetalldampflampen. 

Fakt ist, T5- und T8-Leuchtstofflampen werden wegen ihrem Quecksilbergehalt spätestens ab 24. August 2023 vom Markt verbannt (einige Lampentypen sogar schon am 23. Februar 2023). Das gleiche gilt für einseitig gesockelte Leuchtstofflampen, sogenannte Kompaktleuchtstofflampen mit Stiftsockel ohne eingebautem Vorschaltgerät. Einige dieser Lampentypen werden sogar schon am 23. Februar 2023 vom Markt genommen. Aber das ist noch nicht alles. Auch Natriumdampf-Hochdrucklampen (NAV, HS) wurden neu bewertet. Entsprechend ihres Quecksilbergehaltes und Leistungsdaten werden Natriumdampf-Hochdrucklampen spätestens am 24. Februar 2027 nicht mehr verfügbar sein. (Die ursprüngliche Richtlinie sah einen Quecksilberanteil vor, der den dauerhaften Betrieb zugelassen hätte) Einige Leistungsstufen werden aber bereits am 24. Februar 2023 vom Markt genommen, wenn sie einen bestimmten Quecksilberanteil übersteigen. Dazu werden die Wattagen 250 und 400 W zählen. Für Wattagen von 50-150 W wird es noch Anbieter geben, die Lampen mit bis 2027 zugelassenem Quecksilberanteil anbieten. Daher sollten alle Betreiber von Straßenbeleuchtungsanlagen ihre benötigten Lampentypen prüfen, ob sie von der Richtlinie betroffen sind. Nehmen sie Kontakt mit ihren Lieferanten auf und prüfen sie den Quecksilbergehält ihrer zu liefernden Ersatzlampen.

Somit ist nun auch das Ende der Natriumdampf-Hochdrucklampe spätesten zum 24. Februar 2027 besiegelt.

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