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Spannseilanlagen ermöglichen die Leuchtenanordnung über der Fahrbahnmitte, dem lichttechnisch günstigsten Punkt, da Bäume oder andere am Straßenrand befindliche Hindernisse, keinen negativen Einfluß auf die Ausstrahlung der Straßenleuchten haben können. Weiterhin werden Spannseilanlagen überall dort verwendet, wo:

  • genügend Befestigungspunkte an umliegenden Gebäuden vorhanden sind und keine oder nur wenige Lichtmastegestellt werden können oder sollen
  • vorhandene Maste, z.B. Abspann-Fahrleitungsmaste von Straßenbahn oder Bahn mitverwendet werden können.

Abhängig von den örtlichen Bedingungen werden unterschiedliche Systeme eingesetzt:

  • Queraufhängung
  • Mehrfachaufhängung oder -abspannung
  • Längskette

Die Queraufhängung oder Mehrfachaufhängung sollte dort zu Einsatz kommen, wo genügend Befestigungspunkte an vorhandenen Abspannmasten oder Gebäuden vorhanden sind. Vor der Anbringung eines Befestigungspunktes an Gebäuden ist der Hausbesitzer vorher zu informieren. (siehe dazu auch §126, Baugesetzbuch)
Das Längsketten-System besteht in der Regel aus einem Trag- und einem Richtseil. Das Richtseil ist am Tragseil aufgehängt. Somit werden sehr große Spannweiten zwischen den Aufhängungspunkten ermöglicht. Die Leuchten werden am Richtseil mittels Seilaufhängern befestigt. Viele Leuchtenhersteller bieten heute Seilaufhänger für verschiedene Leuchtentypen oderspezielle Seilleuchten an. In Sonderfällen empfiehlt sich diese Konstruktion mit Trag- und Richtseil auch für Quer- oder Mehrfachabhängungen.
Ob die Spannseilanlage den Sicherheitanforderungen von Spannseilanlagen genügt muss durch entsprechende Berechnungen nachgewiesen und dokumentiert werden. Dabei sind sowohl Materialeigenschaften der Seile, Abspannhaken, Klemmen und Verbinder als auch die Belastungsfahigkeit der Befestigungspunkte im Mauerwerk zu beachten. Besonders sorgfältig muß die Tragfähigkeit vom Mauerwerk geprüft werden. Als Befestigungspunkt darf nur "gesundes" Mauerwerk oder Beton gewählt werden. Im Zweifelsfall ist auf eine Befestigung im Mauerwerk zu verzichten. Als Materialien für Seile und Drähte haben sich Bronze Bz II und nichtrostender Stahl (Edelstahl) bewährt. Der Werkstoff des Zubehörs muss auf alle Fälle dem Material der Seile angepaßt werden. Die Ausführung und Güte der Spannseile müssen den Normen DIN43136, DIN48200, Blatt 1-3 und DIN 48201 entsprechen. Seile und Drähte aus Bronze sollen DIN 48200 Blatt 2, DIN 48201 und DIN VDE0211 entsprechen. Bronze Bz II läßt sich gut verarbeiten und besitzt eine höchstzulässige Zugspannung von 300 N/mm" bei Seilen und 325 N/mm" bei Drähten, was für die Aufgaben im Bereich der Straßenbeleuchtung vollkommen ausreicht. In besonders aggressiver Atmosphäre werden auch Seile und Drähte aus nichtrostendem Stahl verwendet. Ausschlaggebend für die Rost- und Säurebeständigkeit dieser Stähle ist der Chromgehalt von mindestens 12,5% und ein Molybdängehalt von 2 - 2,3%.
Ummantelte Seile und Drähte aus Stahl, oder Stahl in feuerverzinkter Ausführung, sollten nicht verwendet werden, da ein Schutz gegen Korrosion nicht auf Dauer gewährleistet werden kann. Ummantelungen werden über Jahre durch UV- und Wärmeeinwirkung brüchig und lassen ein Eindringen von Feuchtigkeit zu. Gefährliche, teilweise nicht sichtbare Korresion, ist die Folge. Bei verzinkten Stählen ist nach Abwitterung der Zinkschicht ein Schutz gegen Korresion ebenfalls nicht mehr möglich. Bei einer akzeptablen Zinkschicht kann durch normalen Abtrag die Zinkschicht bereits nach 10 Jahren erste Lücken aufweisen.

 

Materialnormen für Spannseilanlagen
Seile aus Bronze DIN 48 200, 48 201, DIN VDE 0211
Spannschlösser DIN 43 162, 1478 (Rohrform), 1480 (offene Ausf.)
Klemmen und Verbinder DIN 48 215, 48 217 (Kerbverbinder)
Abspannhaken DIN 48 319
Keilklemmen DIN 43 148
Kauschen DIN 43 154
Doppellaschen DIN 43 163

 

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