Allgemein

In der Beleuchtungstechnik kennen wir viele Arten von Lampen. Jede Lampenart kann entsprechend des Anwendungsfalles Vor- oder Nachteile besitzen.
Für die Straßenbeleuchtung spielen folgende Auswahlkriterien eine große Rolle:

  • hohe Lichtausbeute
  • lange Lebensdauer
  • konstanter Lichtstrom bei den vorherrschenden Außentemperaturen
  • geringer Lichtstromrückgang über die Lebensdauer
  • Zündverhalten
  • Anlaufzeit
  • Lichtfarbe und Farbwiedergabe
  • Abmessungen
 

Folgende Lampentypen werden heute in der Straßenbeleuchtung hauptsächlich eingesetzt:

Die von den Herstellern genannten Lichtströme gelten für Umgebungstemperaturen von 25° (Laborbedingungen). Daraus ist schon zu sehen, dass die in einer Berechnung zugrunde gelegten Lichtströme in der Praxis stark abweichen können. Der volle Lichtstrom wird erst nach einer lampenspezifischen Anlaufzeit erreicht. Nach einer Abschalten oder Netzunterbrechung benötigen gerade Hochdrucklampen mehrere Minuten bis zu einer Wiederzündung.
Die Lichtfarbe gibt den Farbeindruck beim Betrachten der Lampe wieder. Die Farbwiedergabe ist für das Erkennen von Farben von Bedeutung. Zur Kennzeichnung werden Lampen entsprechend

  • der Lichtfarbe (warmweiß, neutralweiß, tageslichtweiß)
  • der Güte der Farbwiedergabe (Stufe 1 sehr gut bis 4 schlecht)
  • des Farbwiedergabeindexes Ra (100 bis 20)

klassifiziert. Die Eigenschaften werden durch die Lampenart bestimmt. Sie haben in der Straßenbeleuchtung nur dort Bedeutung, wo es auf gute Farbwiedergabe ankommt, z.B. in Fußgängerzonen oder für die Erkennung von Verkehrszeichen.

Ein spezieller Anwendungsfall sind Lampen zur sofortigen Heißwiederzündung. Für diese Anwendung kommen nur beidseitig gesockelte Lampen in Frage

 

Licht und Insekten

In den letzen Jahren wurde von Naturschützern und Biologen in verschiedenen Veröffentlichungen auf die Beeinflussung und Gefahren für nachtaktive Insekten aufmerksam gemacht, die durch Beleuchtungsanlagen hervorgerufen werden. Es wird argumentiert, dass einerseits die Fruchtbarkeit der Insekten beeinträchtigt wird und anderseits durch hohe Oberflächentemperaturen der Lampen in offenen Leuchten viele Insekten zu Tode kommen. Damit sei ein nicht zu akzeptierender Verlust des Insektenbestandes verbunden. Aufgrund der höheren spektralen Empfindlichkeit der Insekten im kurzwelligeren Bereich (Wellenlängen zwischen 300 nm und 400 nm) werden diese durch blaue, violette und ultraviolette stärker angezogen als durch Strahlungen, die im gelb bis roten Spektrum der Farbskala liegen.
Die Quecksilberdampf-Hochdrucklampen weisen von allen in der Straßenbeleuchtung verwendeten Lichtquellen den höchsten blau/violetten Strahlungsanteil auf. Durch Verwendung von Natriumdampf-Hochdrucklampen lassen sich bessere Bedingungen für Insekten schaffen. Die Natriumdampf-Niederdrucklampe hat in Bezug auf Insektenfreundlichkeit noch bessere Eigenschaften, scheidet aber bei modernen Beleuchtungsanlagen wegen ihrer sehr schlechten Farbwiedergabe für die Straßenbeleuchtung aus.
Die Gefahr des Kontaktes der Insekten mit Lampen mit hohen Oberflächentemperaturen kann durch die Verwendung von geschlossenen Leuchten, die auch das Eindringen von Kleininsekten verhindern, begegnet werden. Darüber hinaus kann der Einsatz von Spiegelsystemen mit einer nach unten gerichteten Lichtlenkung das Wahrnehmen aus der Ferne verhindern.

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