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Der Wunsch, weniger Autoverkehr in den Städten zuzulassen, hatte zur Folge, dass seit einigen Jahren immer mehr Radwege ausgebaut und neu gebaut werden. Gleichzeitig mit dem Ausbau wünscht man zunehmend auch die Beleuchtung dieser Radwege.
Grund dafür ist die immer noch meist schlecht wirksame Beleuchtungsanlagen an Fahrrädern, da der Gesetzgeber die Leistung eines Fahrradscheinwerfers auf 2,4 W beschränkt hat.  Im europäischen Ausland werden heute bereits Scheinwerfer mit 10 W angeboten, die mit einer entsprechenden Spiegeltechnik eine gute Ausleuchtung des Fahrweges ermöglichen. Dahingegen erzeugt ein 2,4 W Fahrradscheinwerfer in 10 m Entfernung gerade mal 0,5lx, in 20 m Abstand sogar nur 0,15lx und beschränkt auf einen kleinen Punkt. Dies ist bei Geschwindigkeiten von 10 bis 20 km/h zu wenig um Hindernisse noch rechtzeitig zu erkennen. Besser sind mittlerweile im Handel erhältliche LED-Scheinwerfer, die bereits auch für den Straßenverkehr Zulassungen erhalten haben. Dabei werden Werte von punktuell von 30 Lux und mehr erreicht. Diese leuchten das Vorfeld eines Fahrrades bereits sehr gut aus und sollte trotz hoher Kosten aus Gründen der Sicherheit bevorzugt werden. Die Scheinwerfer sind im guten Fahrradfachhandel erhältlich.

Besteht der Wunsch einen Radweg mit angemessener Beleuchtung zu versehen, dann sollte die Beleuchtung den Richtlinien der Forschungsgemeinschaft für Straßen- und Verkehrswesen entsprechen. Jede Kommune muss selbst entscheiden, ob sie für Radwege eine eigenständige Beleuchtung errichtet. Viele Kommunen verzichten jedoch auf eine Radwegbeleuchtung im Bereich anbaufreier Straßen und außerhalb bebauter Ortslagen.

Bei der Beleuchtungsplanung von Radwegen wird unterschieden zwischen Radwegen an beleuchteten und unbeleuchteten Straßen. Besteht die Gefahr der Blendung durch Abblendlichter gelten höherer Richtwerte.
Für die Beleuchtung von Radwegen bietet die Leuchtindustrie mittlerweile spezielle Spiegeloptiken in Straßenleuchten an, die Lichtpunktabstände von 40 bis 50 m ermöglichen. Dabei muss jedoch bei der Blendungsbegrenzung Abstriche gemacht werden. Für reine Gehwege oder Radwege ist die Blendungsbegrenzung jedoch vollkommend ausreichend.
Als Beispiel für die Beleuchtung eines Rad- oder Fußweges haben wir einen Weg in einem Mindestabstand von 8m von nicht ortsfest beleuchteten Straßen ausgesucht.

Für einen solchen Weg wird ein Minimalwert von 1,5 lx und eine Gleichmäßigkeit g2 = Emin / Emax = 0,15 gefordert.





Als Leuchte kommt eine technische Außenleuchte mit einem speziell entwickelten Radwegspiegel zum Einsatz. Lichtpunkthöhe 6m. Bestückung NAV-T 50W. Die Praxis hat ergeben, dass das menschliche Auge sehr flexibler ist. So hat sich nach Installation der oben gezeigten Anlage gezeigt, dass zwar rechnerisch ein maximaler Lichtpunktabstand von 47m möglich ist, aber optisch noch Reserven bestehen. Anlagen mit Lichtpunktabstände von 54m wurden optisch als noch ausreichend gleichmäßig bewertet.

Fazit: Mit speziellen Radwegoptiken können Höhen/Abstandverhältnisse von bis zu 1:9 erzielt werden. Dabei ist jedoch auf eine hohe Qualität der Radwegspiegel zu achten. Nicht alle Radwegoptiken ermöglichen diese Verhältnisse.

 

Verkehrbereich Emin g2 Lichtfarbe Ra Hinweis
Wege für den Fahrradverkehr          
  in der Nähe von ortsfest beleuchteten Straßen für den KFZ-Verkehr >= 3 0,15 ww,nw 20 Alle Werte gelten für die Achse des Weges
  in unmittelbarer Nähe von nicht ortsfest beleuchteten Straßen für den KFZ-Verkehr >= 3 0,3 ww,nw 20
  in >= 8 m Abstand von nicht ortsfest beleuchteten Straßen für den KFZ-Verkehr >= 1,5 0,15 ww,nw 20

 

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Technical Guide for Streetlights and Outdoor Lighting
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