Nach den "Richtlinien für elektrische Anlagen nach der Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen (BOStrab) (E-Baurichtlinien) Teil 2"

Gerade bei der Beleuchtung von Straßenbahnhaltestellen gab es in der Vergangenheit immer wieder Unsicherheiten bezüglich der notwendigen Beleuchtungsstärken. Deshalb möchte ich hiermit nochmals auf die wichtigsten Punkte der "Richtlinien für elektrische Anlagen nach der Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen (BOStrab) (E-Baurichtlinien) Teil 2" eingehen. Den genauen Wortlaut und nähere Einzelheiten entnehmen Sie bitte der vollständigen Richtlinie, die vom Bundesminister für Verkehr am 23.August 1990 veröffentlicht wurde.
Der Teil 2 der Richtlinie befasst sich ausschließlich mit Beleuchtungsanlagen an Straßenbahnhaltestellen. Bei der Planung der Beleuchtungsanlage sind folgende Punkte zu beachten:

1. Bei der Auslegung der Beleuchtungsanlage ist mit einem Planungswert von 125% der Nennbeleuchtungsstärke auszugehen. (Anmerkung des Verfassers: Dieser Planungswert erfasst die Verschmutzung der Anlage genauso wie die Lampenalterung. Sollte jedoch zum Zeitpunkt der Planung bereits bekannt sein, dass bestimmte Faktoren für eine erhöhte Verschmutzung der Leuchten oder Lichtaustrittsöffnungen sorgen, so muss entsprechend der Planungsfaktor geändert werden. Dies ist z.B bei ausschließlich nach oben gerichtete Lichtaustrittsöffnungen notwendig, also überwiegender Indirektbeleuchtung oder Spiegelwerfersystemen)

2. Die Beleuchtungsanlagen sollen auf mehrere Stromkreise so aufgeteilt sein, dass auch bei Ausfall einzelner Stromkreise eine möglichst gleichmäßige Ausleuchtung der Haltestellen und Tunnel erhalten bleibt.

3. Für die Instandsetzung müssen Lampen und Leuchten leicht zugänglich sein.

4. Für Haltestellen in Hoch- oder Tieflage ist eine Sicherheitsbeleuchtung erforderlich, nicht jedoch grundsätzlich für Hochbahnsteige von Haltestellen ebenerdiger Strecken.

5. Im Bahnbereich von Gleichstrombahnen sollen schutzisolierte Leuchten verwendet werden.

Die Beleuchtungsanlage für Haltestellen bedarf einer Abnahme nach §62 BOStrab. Für die Abnahme müssen Bescheinigungen vorliegen, dass die Beleuchtungsanlagen nach den Vorschriften der BOStrab und diesen Richtlinien erstellt worden sind.Die Abnahme erfolgt durch Sichtprüfungen, Funktionsprüfungen und Kontrollmessungen. Forderungen aus diesen Prüfungen und Messungen entnehmen Sie bitte der aktuell gültigen Richtlinie.

Die Instandhaltungsmaßnahmen sind spätestens dann erforderlich, wenn eine Minderung der Beleuchtungsstärke auf 50% des Nennwertes auftritt. Minderungen können durch Verschmutzung und/oder Lampenalterung verursacht sein.

Anforderungen an die Beleuchtung

 

Anlagenteil En (lx) g2 En (lx) g2 En (lx) g2
Bahnsteighöhe über Schienenoberkante <20 cm >20 cm /
<35 cm
>35 cm (Hochbahnsteig)
Bahnsteige oberirdisch, Treppen außen 1)
dunkles Umfeld
helles Umfeld


1,5
3


1:8
1:8


3
6


1:8
1:8


15
30


1:5
1:5
Bahnsteige unterirdisch, Treppen innen
Schalter- und Eingangshallen, Fußgängertunnel
120

120

1:3


1:5

120


120

1:3


1:5

120


120

1:3


1:5

En = Nennbeleuchtungsstärke
g2 = Gleichmäßigkeit
1) = Die Beleuchtungsstärke ist dem Niveau am Treppenantritt anzupassen