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Straßen in bebauten Gebieten haben vielfältige Funktionen. Sie dienen dem Aufenthalt der Bewohner, erschließen angrenzende Grundstücke und verbinden Stadtgebiete untereinander. Sie sind aus städtebaulicher Sicht von wesentlicher Bedeutung, denn sie prägen weitgehend das Gesicht einer Stadt. Bei der Planung sind somit verkehrstechnische und städtebauliche Gesichtspunkte stets im Zusammenhang zu betrachten.

 

Allgemeine Anforderungen

 

 

Die Gestaltung des Straßenraumes als städtebaulicher Raum mit seinen Erlebnisfunktionen für die Bürger einerseits und als Verkehrsraum für die Erschliessung der angrenzenden Grundstücke für Fußgänger, Radfahrer und Kraftfahrzeuge andererseits macht es erforderlich, auch die Beleuchtung den unterschiedlichen Aufgaben entsprechend auszuwählen. Dies gilt bevorzugt für Anlieger- und Sammelstraßen, die zunehmend durch verkehrsberuhigende Maßnahmen, z.B. durch Veränderung der Fahrbahnbreite und Fahrbahnoberfläche oder durch Einbauten in der Fahrbahnmitte eine zusätzliche Qualität für die Anwohner als unmittelbaren Lebensraum erhalten. Verkehrsberuhigende Maßnahmen werden vereinzelt auch bei der Umgestaltung von Verkehrsstraßen durchgeführt. Solche Straßen können dann im beleuchtungstechnischen Sinne als Anlieger- bzw. Sammelstraßen eingestuft werden.
Aufgrund ihrer baulichen Gegebenheiten lassen sich für Anlieger- und Sammelstraßen oftmals keine eindeutigen Bewertungsfelder für die Güte der Beleuchtung und keine einheitlichen Beobachterstandorte für die Kraftfahrer festlegen. Oft sind auch die Reflexionseigenschaften der Fahrbahnoberflächen sehr unterschiedlich, so daß die Voraussetzungen für die Planung der Beleuchtung nach dem Kriterium Leuchtdichte nicht vorliegen. In diesen Fällen sieht die Norm DIN 5044 die Planung der Beleuchtung nach dem Kriterium Beleuchtungsstärke vor.

 

 

 

Nennbeleuchtungsstärke

 

 

Die nachfolgende Tabelle enthält die Nennbeleuchtungsstärken E(n) als Richtwerte für den örtlichen und zeitlichen Mittelwert der horizontalen Beleuchtungsstärke auf der Fahrbahn. Der Einfluß von Alterung der Lampen und Verschmutzung der Leuchten ist bei der Projektierung mit einem Planungsfaktor von 1,25 zu berücksichtigen. Die Beleuchtungsanlagen sollten spätestens überholt werden, wenn die mittlere Beleuchtungsstärke auf 70 % der Nennbeleuchtungsstärke abgesunken ist.

 

 

 

Gleichmäßigkeit

 

 

Die Gleichmäßigkeit der Beleuchtungsstärke ist durch das Verhältnis der minimalen zur mittleren Beleuchtungsstärke g(1) = E(min)/Em gekennzeichnet.

 

Blendungsbegrenzung

 

 

Blendung kann begrenzt werden, wenn die Lichtstärken der Leuchten die in nachfolgender Tabelle enthaltenen Maximalwerte nicht überschreiten.
Für Anlieger- und Sammelstraßen ist die Klasse der Blendungsbegrenzung KB 2 anzuwenden

 

 

 

Planung

 

 

Gute Beleuchtung von Anlieger- und Sammelstraßen ist nicht nur durch hohe und gleichmäßige Beleuchtungsstärke auf der Fahrbahn gekennzeichnet. Angrenzende Fußwege und Radwege müssen ebenfalls ausreichend beleuchtet sein.
Eine ausgewogene Helligkeitsverteilung des gesamten Verkehrsraumes trägt insbesondere bei gemischtem Fußgänger- und Kraftverkehr zu erhöhter Verkehrssicherheit bei. Sie schützt den Bürger im Verkehrsgeschehen und vor Gefahren für Leib und Leben.Straßenbeleuchtung wird so zu einem Teil des kommunalen Sicherheitskonzeptes. Gute Straßenbeleuchtung schließt die Vermeidung störender Lichtimmissionen ein. Leuchten mit optischen Systemen konzentrieren den Lampenlichtstrom in wirtschaftlicher Weise auf die Verkehrsfläche. Sie vermeiden negative Einflüsse der Straßenbeleuchtung auf anliegende Wohnungen und auf das Wohlbefinden der Bewohner.
Vom Einsatz der Natriumdampf-Niederdrucklampe ist in Anlieger-und Sammelstraßen grundsätzlich abzuraten. Die hohe Lichtausbeute der Lampe wird durch die schlechte Verteilbarkeit des Lichtes wettgemacht. Durch die Größe der Lampe ist keine optimal verteilende Spiegeltechnik in den Leuchten möglich. Somit sind mehr Leuchten pro Wegstrecke nötig, als z.B. bei Natriumdampf-Hochdrucklampen, um die geforderten Gleichmäßigkeiten zu erreichen. Hohe Anschaffungs- und Wartungskosten sind weitere Argumente. Weiterhin stößt das monochromatische Licht der Natriumdampf-Niederdrucklampe auf wenig Akzeptanz bei der Bevölkerung, weil keinerlei Farben im Wohnumfeld zu erkennen sind. Gesichter, Autos, Hausfassaden, Blumen in Vorgärten und Blätter und Sträucher sehen in diesem Licht gelb aus mit hell / dunkel Schattierungen. Dies trägt nicht zu Wohnwert von Anlieger- und Sammelstraßen bei. Die Aufenthalts- und Begegnungsfunktion von Wohn- , Anlieger- und Sammelstraßen wird mit dem Licht der Natriumdampf-Niederdrucklampe stark geschwächt. Die Anwohner fühlen sich unwohl und unsicher bei diesem Licht. Ein der wichtigsten Aspekte, der oft vergessen wird, ist, dass im Falle eines Verkehrsunfalls ein Notarzt im Licht der Natriumdampf-Niederdrucklampe keine Schockzustände bei Verletzten mittels der Hautfarbe erkennen kann. Eine Fehldiagnose kann die Folge sein. Deshalb ist die Natriumdampf-Niederdrucklampe in bewohnten Gebieten fehl am Platz.

 

 

 

Dieser Bericht ist entstanden u. a durch die freundliche Unterstützung durch TRILUX GmbH & Co. KG, Arnsberg. Teilweise entnommen aus Beleuchtungshandbuch TIB.

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