IDIN logom Juni 2016 sind nachfolgend aufgeführte Teile der europäischen Normenreihe DIN EN 13201 neu erschienen:

Teil 2: Gütemerkmale
Teil 3: Berechnung der Gütemerkmale
Teil 4: Methoden zur Messung der Gütemerkmale von Straßenbeleuchtungsanlagen
Teil 5: Energieeffizienzindikatoren

In Teil 2 dieser Normenreihe wurden die Bezeichnungen der Beleuchtungsklassen (z. B. M, C, P) geändert und sind in den Teilen 3 bis 5 ebenfalls enthalten.

DIN 13201 Teil 1 (Auswahl der Beleuchtungsklassen) aus dem Jahr 2005 ist eine rein deutsche Norm, in der in einem Auswahlverfahren die Beleuchtungsklassen ME1 bis ME6, MEW1 bis MEW5, CE0 bis CE5 und S1 bis S6 ermittelt werden. Die Gütemerkmale dieser Beleuchtungsklassen wurden in der nun nicht mehr gültigen DIN EN 13201 Teil 2 aus dem Jahr 2004 beschrieben. Eine direkte Zuordnung der so ermittelten Beleuchtungsklassen zur neuen Normenreihe aus dem Jahr 2016 und insbesondere zu Teil 2 ist aufgrund der geänderten Bezeichnungen aus rein formalen Gründen nicht mehr möglich.

Der Überarbeitungsprozess des nationalen Teil 1 ist bereits angelaufen. Unter Berücksichtigung nachfolgender Hinweise ist bis zum Erscheinen des neuen Teil 1 (nach heutigem Stand Anfang 2018) die Anwendung der bisherigen DIN 13201 Teil 1 aus dem Jahr 2005 weiterhin möglich:

Statt der bisherigen Beleuchtungsklassen ME1 bis ME6 bzw. MEW1 bis MEW5 sind nun die Beleuchtungsklassen M1 bis M6 anzuwenden. Da den jeweiligen Ziffern gleiche Beleuchtungsniveaus (Wartungswert der Fahrbahnleuchtdichten) zugeordnet sind, kann die Nummerierung identisch angewendet werden. Zu berücksichtigen ist dabei, dass statt der bisherigen Beleuchtungsklassen ME3a, ME3b und ME3c nunmehr ausschließlich die Beleuchtungsklasse M3 zu verwenden ist. Außerdem ist statt der bisherigen Beleuchtungsklassen ME4a und ME4b nun einheitlich die Beleuchtungsklasse M4 anzuwenden.

Statt den bisherigen Bezeichnungen für die Beleuchtungsklassen CE0 bis CE5 werden nun die Bezeichnungen C0 bis C5 verwendet. Auch hier sind den jeweiligen Ziffern die gleichen Beleuchtungsniveaus (Wartungswert der mittleren Beleuchtungsstärke) zugeordnet und können daher verwendet werden.

Statt der Bezeichnung S1 bis S6 sind die Beleuchtungsklassen P1 bis P6 zu verwenden. Auch hier führt die ermittelte Ziffer für die jeweilige Beleuchtungsklasse zu identischen Beleuchtungsniveaus (Wartungswert der mittleren Beleuchtungsstärke). Die Beleuchtungsklasse P7 wird in Deutschland nicht angewendet.

Ebenfalls neu sind Betrachtungen zum Randbeleuchtungsstärke verhältnis REI. Es löst das Verfahren zur Bestimmung des Umgebungsbeleuchtungsstärkeverhältnis SR ab und ist in DIN EN 13201 Teil 3 im Detail beschrieben.

Bei der Bestimmung von REI wird für jede Fahrbahnseite das Verhältnis der mittleren Beleuchtungsstärke auf dem Randstreifen (Ē1 bzw. Ē4) zur mittleren Beleuchtungsstärke auf den äußeren Fahrstreifen (Fahrspuren) (Ē2 bzw. Ē3) der Straße gebildet. Beide Werte müssen die Anforderungen der jeweiligen Beleuchtungsklasse erfüllen.

REI12 = Ē1 / Ē2
REI43 = Ē4 / Ē3
REI = min(REI12; REI43)

Was wird aus der "alten" DIN 5044?
Notwendige Grundbegriffe der DIN EN 13201 aus dem Jahr 2005

Tabelle 1: M-Beleuchtungsklassen (bei trockener Straßenoberfläche)

Fahrbahnleuchtdichte
und Gleichmäßigkeiten

Physiologische
Blendung

Beleuchtung
der Umgebung

2005
Klasse

2016
Klasse

Lm in cd/m²
(Wartungswert)

Uo
(Mindestwert)

Ul
(Mindestwert)

fTI in %
(Höchstwert)

REI
(Mindestwert)

ME1

M1

2,00

0,40

0,70

10

0,35

ME2

M2

1,50

0,40

0,70

10

0,35

ME3 a,b,c

M3

1,00

0,40

0,60

15

0,30

ME4 a,b

M4

0,75

0,40

0,60

15

0,30

ME5

M5

0,50

0,35

0,40

15

0,30

ME6

M6

0,30

0,35

0,40

20

0,30

Tabelle 2: C-Beleuchtungsklassen

Horizontale Beleuchtungsstärke

Physiologische Blendung

2005
Klasse

2016
Klasse

Em in lx
(Wartungswert)

U0
(Mindestwert)

fTI in %
(Höchstwert)

CE0

C0

50

0,40

15

CE1

C1

30

0,40

15

CE2

C2

20,0

0,40

15

CE3

C3

15,0

0,40

20

CE4

C4

10,0

0,40

20

CE5

C5

7,50

0,40

20

Tabelle 3: P-Beleuchtungsklassen

Horizontale
Beleuchtungsstärke

Zusätzliche Anforderungen,
falls Gesichtserkennung
erforderlich ist

Zusätzliche Anforderungen,
falls Gesichtserkennung
erforderlich ist

Pysiologische
Blendung

Klasse
2005

Klasse
2016

Em in lx
(Wartungswert)

Emin in lx
(Wartungswert)

Ev, min in lx
(Wartungswert)

ESC, min in lx
(Wartungswert)

fTI in %
(Höchstwert)

S1

P1

15,0

3,00

5,0

3,0 1)

20

S2

P2

10,0

2,00

3,0

2,0

25

S3

P3

7,50

1,50

2,5

1,5

25

S4

P4

5,00

1,00

1,5

1,0

30

S5

P5

3,00

0,60

1,0

0,6

30

S6

P6

2,00

0,40

0,6

0,4 1)

35

S7

P7

unbestimmte
Anforderung

unbestimmte
Anforderung

Merkmale
nicht
bestimmt

1) In der DIN EN 13201-2 sind fälschlicherweise für P1 ein Wert von 5 lx und für P6 ein Wert von 0,2 lx angegeben. Der Korrekturprozess auf europäischer Ebene wurde bereits gestartet.